Ursache des Brummtons

Kurz vorneweg: Alle nachfolgenden Schlussfolgerungen sind Behauptungen und nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Ich lasse mich sehr, sehr gerne eines Besseren belehren, wenn irgendjemand eine plausiblere Erklärung hat. Meine Schlüsse basieren auf dem riesigen Berg aus Indizien, den ich in den letzen 12 Jahren zusammengetragen habe. Entscheidet selbst, ob das alles Geschwurbel ist, oder doch einer gewissen Logik folgt.

Also. Es gibt – nach meinem subjektiven und nicht wissenschaftlich belegten Kenntnisstand – in der Tat ZWEI Ursachen für diesen quälenden Brummton:

Die eigentliche, sehr komplexe physikalische Ursache und eine zusätzliche, nicht minder komplexe physiologische Ursache, welche die physikalische überhaupt erst aufkommen bzw. durchschlagen lässt. Insgesamt ergibt sich daraus eine superkomplexe Ursachen-Gemengelage, welche es ausserordentlich schwierig macht, das Problem zu identifizieren:

1. Die physikalische Ursache sind – nach meiner Erfahrung hauptverantwortlich – abertausende von Blockheizkraftwerken (BHKW) hauptsächlich in Biogasanlagen, aber auch in fossil betriebenen KWK-Anlagen, die in den letzten 20-25 Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind.


 Dabei sollte auch der Sonderfall Stadt/städtische Gebiete, wie unter Punkt 1.6 aufgeführt, unbedingt beachtet werden. 

2. Die physiologische Ursache ist eine pathologische Veränderung im Innenohr, welche häufig (nicht immer) sehr plötzlich, fast schlagartig auftritt. 
Manchmal erfolgt die krankhafte Veränderung im Ohr äußerst schnell innerhalb weniger Tage oder Wochen, und manchmal dauert es ein paar Monate, bis der BT soweit „durchgebrochen“ ist, dass die Betroffenen immer massiver belästigt werden und anfangen etwas zu unternehmen oder es zumindest versuchen.

Wenn der Brummton einschlägt, also die Toleranzschwelle in der Wahrnehmung überschritten hat, dann schlägt er meist mit Urgewalt ein, d.h. die Betroffenen geraten wie unter einem Brennglas in den Fokus des Brummton. Das ganze Leben wird KOMPLETT auf den Kopf gestellt und es dreht sich plötzlich alles im Leben dieser Menschen nur noch um den Brummton! Aufgrund dieses mehr oder weniger schlagartigen Auftretens können sich viele Betroffene auch keinen Reim darauf machen, weil sie oft schon lange am Ort wohnen, es keine neuen, größeren (industriellen) Bauvorhaben gab, die mit dem plötzlichen Auftreten des hässlichen Brummtons in Zusammenhang gebracht werden könnten und sie die betreffenden BHKWs, die es vorher dort (mit Sicherheit) schon gab oder wenn, gerade frisch errichtet wurden, nur bis dato NOCH (!) nicht hören konnten.

In der Folge werden fälschlicherweise alle möglichen Ursachen vermutet, meist in direkter Nachbarschaft und meist mit aktuellem Hintergrund: Neue Nachbarn, Lüftungsanlage, Klimaaggregate, neue Wärmepumpen, neue Baustelle, neue Grabungsarbeiten, neue Erdkabel, neue Hochspannungsmasten, neu aufgestellte Handymasten etc. Es kommt natürlich niemand auf die Idee, dass die Ursache eigentlich schon immer (und immer weiter zunehmend) vorhanden war, von der körpereigenen Sensorik aber NOCH nicht wahrgenommen werden konnte. Dann irren die Betroffenen verständlicherweise umher – gerne auch mitten in der Nacht – bei dem Versuch die Ursache zu finden und dem Gebrumme zu entkommen und werden buchstäblich fast WAHNSINNIG, weil sie PLÖTZLICH das Brummen ÜBERALL hören. Wie gesagt, habe ich alles mitgemacht… sehr, sehr bitter..(

Also nochmal: Bitte vergesst die Wärmepumpen und Kühlschränke und Musikanlagen und Lüftungsanlage vom Nachbarn oder auf dem Nachbarhaus. Das KANN in manchen Fällen das Problem sein, wäre dann aber lokal begrenzt. Das ist nicht die Ursache dieses fast ÜBERALL auftretenden, nervtötenden Brummtons. Für derart massive tieffrequente Schwingungen, die regelrecht in der Atmosphäre „hängen“, sind sehr viel größere Maschinen, verteilt über eine große Fläche notwendig!! Nochmal: Lest euch bitte dazu den Menüpunkt INTERESSANTES / BRUMMTON PHÄNOMENE durch. Es geht darum, dass wir hier über das FLÄCHENDECKENDE Phänomen Brummton sprechen und nicht über – durchaus vorkommende – LOKALE, auch sehr störende, tieffrequente Emissionen. Eine Lüftungsanlage auf dem Nachbardach o.Ä. hört ihr sicher nicht in der nächsten Stadt 50km weiter! Den Brummton, von dem wir hier sprechen, aber schon!

Und jetzt das Ganze im Detail:

1. Die physikalische Ursache:

Die physikalische Ursache und die begünstigenden Umstände sind wie gesagt sehr komplex, weshalb sie nachfolgend zum besseren Verständnis in verschiedene Themenbereiche gegliedert sind:

1.1     Hauptverursacher BHKW


1.2     Verteilung der BHKW in Deutschland – es gibt kein Entrinnen

1.3     Akustik

1.3.1  Akustik: Tieffrequenter Schall (TS)

1.3.2  Akustik: Resonanzen in Innenräumen

1.3.3  Akustik: Raummoden

1.3.4  Akustik: Reflexionen im Außenbereich (Gelände, Bodenbeschaffenheit)

1.3.5  Akustik: Interferenzen

1.3.6  Akustik: Richtungsbestimmung bei TS

1.3.7  Akustik: Witterungsabhängigkeit

1.4    Sonderfall Stadt / städtische Gebiete

1.5     Andere Brummton- / TS-Quellen

1.6     Zusammenfassung

1.1 Informationen zum Hauptverursacher BHKW

Womit wir zu den lieben BHKW kämen.

BHKW = Blockheizkraftwerke

oder auch

KWK Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung) genannt.

Hauptsächlich in den Biogasanlagen verbaut, wo sie mit aus Pflanzenresten erzeugtem Methangas betrieben werden, es gibt aber auch fossil (Diesel oder Erdgas) betriebene BHKW.

Im Prinzip eine tolle Technologie (also die Biogasanlagen), nachhaltig, umweltfreundlich, dezentral, hoher Wirkungsgrad, wirklich super, also rein technologisch könnte man davon durchaus begeistert sein.. wenn, ja wenn da nicht diese EXTREM hässlichen tieffrequenten Schallemissionen wären.

Die Emissionen werden durch die Motoren in den BHKWs erzeugt, welche die Stromgeneratoren antreiben.

Die häufigste Beschreibung, die man in den Aussagen von Betroffenen findet ist:

„..Es klingt wie ein LKW der im Standgas läuft und vorm Haus oder um´s Eck steht..“

HIMMEL! ES SIND MOTOREN! AUCH LKW-GRÖSSE, ABER SIE HABEN OFT EHER DIE GRÖSSE VON SCHIFFSMOTOREN!!! RIESIGE MOTOREN oft mehrere parallel UND DURCHAUS MIT VOLLGAS laufend! Zusammengeschaltet dann im Megawatt-Bereich, was zusätzlich für hübsche Interferenzen sorgt. Und ja natürlich versuchen die Betreiber die Motoren auszulasten, sie lassen sie sogar ohne Last laufen und produzieren nur Wärme ohne Strom, nur um die Dinger nicht komplett herunterfahren zu müssen. Die Abwärme wird für andere Prozesse genutzt, z.b. Trocknung von Hackschnitzeln. Viele BHKW laufen deshalb rund um die Uhr, nur mit unterschiedlichen Lasten!! Produzieren sie zusätzlich maximal Strom, laufen Sie natürlich unter maximaler Last und produzieren und emittieren maximal TS.

 Dummerweise kann man Motoren natürlich nicht komplett kapseln, da Sauerstoff für die Verbrennung irgendwie in den Motor hinein gelangen muss (Zuluftöffnungen) und Abgase irgendwie wieder abgeführt werden müssen (Abgasöffnungen).
Es gibt natürlich Schallschutzvorschriften nach der völlig unzulänglichen DIN 45680, aber die sind a) vollkommen unzureichend, weil das Problem des TS bei der Fassung der DIN 45680 noch gar nicht richtig bekannt war und außerdem gibt es unüberschaubar viele Möglichkeiten, was beim Bau bei der Schalldämmung an solchen Anlagen falsch gemacht werden kann und falsch gemacht wird.

Nur EIN Beispiel der vollkommen ungenügenden Schalldämpfung die Zuluftöffnungen betreffend: Die Öffnungen müssen entsprechend dimensioniert sein, auch um ein Überhitzen der Motoren zu verhindern. Hierbei werden sog. Kulissenschalldämpfer eingesetzt. Was offenbar keiner der Ingenieure weiß (oder interessiert?) ist, dass Kulissenschalldämpfer nur im hohen und mittleren Frequenzbereich halbwegs funktionieren, im tiefen Frequenzbereich aber überhaupt keine Wirkung erzielen. Heisst: Die richtig üblen tieffrequenten Schallwellen entweichen vollkommen ungehindert über quadratmetergroße Öffnungen ins Freie!


Dann die Abgasseite. Hier gibt es zumindest schon unterschiedliche Varianten an mechanischen Schalldämpfern oder sogar schon Gegenschallanlagen. Die Frage ist natürlich immer, WO werden diese Dinger eingesetzt? Es ist wie beim Hausbau: Sie KÖNNEN sich sehr teuere 3-Scheiben-Isolierglasfenster einbauen lassen, Sie MÜSSEN sich aber nach Bauvorschrift nur 2-Scheiben-Isolierglas-Fenster einbauen.
 Es ist eine ökonomische Entscheidung. Damit ist es kein Wunder, dass die meisten Landwirte sich für die kostengünstigere (emissionsreichere) Variante entscheiden, noch dazu, wo die Anlagen (aufgrund verschiedener Emissionen wie Geruch, Abgase, Lärm) ja vermeintlich weit von Wohnsiedlungen entfernt stehen, die Gesetzeslage nur die vollkommen unzureichende DIN 45680 vorgibt und sowieso noch niemand von Menschen gehört hat, denen es den Schädel, Nerven  und Körper wegen TS zu Brei zermatscht. 

Außerdem hier noch ein Emissionsdiagramm der Landesanstalt für Umwelt (LfU) bzgl. BHKWs. Alle BHKWs egal welcher Größe haben eine Emissionsspitze bei etwa 80 Hertz.

Die gesamte Expertise des Bayrischen Landesamt für Umwelt (LfU) „Tieffrequente Geräusche bei Biogasanlagen und Luftwärmepumpen“ ist hier als PDF hinterlegt:

Aus diesem PDF auf Seite 23 die nachfolgende, sehr interessante Grafik des LfU:

Und das ist der LINK des LfU bzgl. Biogasanlagen zum selber Nachlesen: 

https://www.lfu.bayern.de/laerm/gewerbe_anlagen/biogasanlagen/index.htm

Dort auch gleich auf Seite 1 ohne Umschweife eine sehr interessante Information:

Dass das Brummen natürlich nicht nur die direkten Nachbarn betrifft, sondern SEHR VIEL weiter reicht, hat offenbar niemand auf dem Schirm. Das Problem ist behördlich also sehr wohl bekannt, wird aber vielleicht aus gutem Grund unter den Teppich gekehrt, da man einfach keine schlafenden Bürger wecken möchte? Was das wohl für ein Geschrei gäbe, wenn herauskommt, dass die FLÄCHENDECKEND gepflasterten Biogasanlagen und Konsorten für das nervtötende Gebrumme verantwortlich sind???

Offensichtlich wird die Brummproblematik durch die Gasmotoren der BHKWs in Verbindung mit der notwendigen Einhausung zur Schallisolation erst geschaffen! Die mittleren und hohen Frequenzen werden zwar durch das Gebäude isoliert, durch die Eigenresonanz des Gebäudes wird aber offensichtlich eine Art riesige Basstrommel geschaffen! Die Innenraumfrequenz der Gasmotoren liegt bei 200-250 Hz. Das gesamte Gebäude inklusive der Gasmotoren mutiert aber dann zu einer Basstrommel wie die erste Grafik ganz oben zeigt. Bei 60-80 Hz, deutlich über der Hörschwelle, emittieren diese Bassresonatoren massiv und es rummst gewaltig.

Diese Schwingungen regen durch Resonanz eventuell auch die Eigenfrequenz von ganzen Gebäuden oder Räumen an, so dass diese spukhafte Verstärkung in Innenräumen einsetzt, wohingegen VOR der Haustür im Freien der Brummton meist nur sehr leicht oder überhaupt nicht wahrnehmbar ist.

Ich persönlich nehme in meiner Umgebung einen Brummton mit etwa 68 Hz wahr. Interessanterweise hatte ich diese Frequenz bei mir festgestellt, BEVOR ich von den Untersuchungsergebnissen des LfU erfahren habe. Demnach war ich auch nicht sonderlich überrascht, sonder vielmehr bestätigt.



Hier könnt ihr euren eigenen Brummton simulieren, dann wisst ihr welche Frequenz genau ihr hört, es dürfte aber sicherlich in dem oben beschriebenen Bereich von 50 – 80 Hz liegen. Für die tiefen Frequenzen braucht ihr Kopfhörer, das schaffen die meisten Boxen und vor allem die internen Lautsprecher eines Rechners oder eines mobilen Geräts nicht. Aber dann bitte nicht aus Versehen die hohen Frequenzen bei selber Lautstärke testen, sonst AUA!

 https://www.szynalski.com/tone-generator/

Weitere Eigenheiten von Biogasanlagen – auch SEHR WICHTIG zu wissen:

Biogasanlagen können von den Netzbetreibern ferngesteuert werden, d.h. bei einem Überangebot können diese auch runtergeregelt werden. Außerdem gibt es eine Strombörse, die den Strompreis 24h im Voraus vorhersagt. Die Anlagenbetreiber versuchen natürlich zu den Zeiten mit den höchsten Preisen Volllast zu fahren um möglichst viel zu verdienen. Oder natürlich bei Dunkelflauten springen die Biogas-BHKWs an, wenn Windkraft und Solar nichts hergeben. 



Hört man „seinem“ oder „seinen“ BHKW zu, kann man aber auch feste Zeiten ausmachen, zu welchen die Dinger grundsätzlich hochgefahren werden (fern-/steuerungstechnisch bedingt) oder am besten zu hören sind (witterungstechnisch bedingt) oder grundsätzlich nach einem erkennbaren Muster vermehrt Strom und Wärme produzieren (anlagensteuerungsbedingt).
 BHKWs die Industriestandorte bedienen rattern und brummen vermehrt unter der Woche, BHKWs die Wohngebiete versorgen, wummern verstärkt am Wochenende und Mittags herum, wenn die Leute zu Hause sind und gekocht wird. Konnte ich zumindest feststellen.

Diese Überschneidungen (Witterungsabhängigkeit und Fernsteuerung nach Börsenpreis gekreuzt mit den Standardeinstellungen der Anlagensteuerungen) trägt ebenfalls weiter zur hohen Diffusität der ganzen Brummtonproblematik bei, denn dieses Muster muss man erst einmal identifizieren.

1.2 Verteilung der BHKW in Deutschland – es gibt kein Entrinnen

Laut der Internetseite bhkw-infozentrum.de gibt es schätzungsweise über 50.000 BHKW in Deutschland! Wir erinnern uns: Nicht nur in Biogasanlagen arbeiten BHKWs, es gibt auch eine Vielzahl von BHKWs die mit fossilen Brennstoffen arbeiten. Hier exemplarisch ein Bild der Entwicklung des Bestands NUR DER BIOGASANLAGEN im Bundesland Hessen:

So oder sehr ähnlich dürfte die Entwicklung in allen anderen Bundesländern und mit allen Formen der Kraft-Wärme-Kopplung auch aussehen. Und das sind nur die offiziell erfassten.

Selbstverständlich sind in diesen geschätzt 50.000 BHKW auch etliche Mini- oder Mikro-BHKWs mit ein paar wenigen kW für den privaten Gebrauch enthalten, aber es zeigt gut die Verbreitung dieser Technik in Deutschland.

Es gibt unzählige KWK-Anlagen die in den Katastern (noch) nicht erfasst sind, weil gerade frisch gebaut oder falsch erfasst wurden und das sind NUR die BHKW als Hauptverursacher. Es sind keine zusätzlichen TS-Quellen erfasst, wie Schiffe (in Häfen oder vor Anker, dort lassen die meist ihre Motoren laufen, in Binnengewässern und Kanälen), Windkraftanlagen, große Industriebetriebe mit großen Pumpen z.B., Gaspipelines mit den notwendigen Verdichterstationen, Geothermieanlagen usw. usf. 



Betrachtet man NUR die Verteilung der BHKW in Deutschland und zieht wie beim Punkt „Physikalische Grundlagen“ beschrieben einen 5-10km Radius um diese Anlagen, um die TS-Reichweite zu markieren, wird man schnell feststellen, dass es kein Entrinnen gibt. Die Anlagen stehen überall! Man wird keinen Flecken außerhalb der Reichweite dieser Anlagen finden.

Häufig überschneidet sich der Wirkradius der einzelnen BHKW sogar, so dass auch dies weiter zu der Diffusität der Problematik beiträgt. Man wird von mehreren Seiten, zu unterschiedlichen Zeiten, witterungsbedingt in unterschiedlicher Intensität beschallt. 
Und nochmal: Die Karten zeigen NUR die gemeldeten BHKWs!! Und diese auch nicht immer tagesaktuell.

Bei meinen Recherchen bin ich schon auf riesige BHKWs (1-2MW) gestoßen, die aufgrund falscher Zuordnung nicht als KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung, BHKW sind KWK-Anlagen) eingetragen waren und somit in den Karten gar nicht auftauchten oder diese KWK- Anlagen werden ge-„repowert“, das bedeutet, die Motoren werden durch effizentere (und meist größere) ersetzt oder es werden zusätzliche Motoren eingebaut (Thema Schall-Interferenzen, siehe Punkt 1.1). Auch das wird nicht in Echtzeit von den behördlichen Betreibern dieser Kartenseiten erfasst.

Die Dichte der möglichen, weiteren TS-Quellen ist sehr wahrscheinlich noch um einiges höher!!

 Nicht nur KWK-Anlagen sind TS-Emittenten!


Für folgende Regionen habe ich Karten gefunden die Auskunft über Biogasanlagen-BHKWs geben:

Bayern: https://www.energieatlas.bayern.de
 (links unter Biomasse alle vier Optionen anklicken)

Tschechei: https://www.czba.cz/en/map-of-biogas-plants.html

Für andere Bundesländer habe ich leider keine derartigen Onlinekarten gefunden. Falls ihr bei der Suche nach solchen Karten erfolgreich seid, dann gebt bitte unbedingt einen entsprechenden Hinweis und diese Karten werden hier verlinkt. Stellvertretend könnt ihr euch aber in jedem Fall einmal die Karte von Bayern ansehen – so oder sehr ähnlich wird es auch in den anderen Bundesländern aussehen. Im Zweifelsfall müsst Ihr bei den Regionalverwaltungen den Standort der Biogasanlagen und sonstigen BHKWs erfragen.

Ich hatte das Glück in Bayern auf energieatlas.bayern.de zugreifen zu können. Diese Karte hat mir sehr geholfen das Problem zu verstehen. Verstehen bzw. zu wissen wo die Übeltäter um einen herum verteilt ihr Unwesen treiben, gibt der ganzen Problematik eine Struktur an der man wiederum mit seinen Lösungsstrategien ansetzen kann (Umzug oder die Suche von Orten relativer Ruhe bspw.). Psychologisch außerdem sehr, sehr wichtig: Kenne deinen Feind! Siehe erster Punkt bei den Lösungsmöglichkeiten!

1.3 Akustik


1.3.1 Akustik: Tieffrequenter Schall (TS):

Vielleicht zuallererst eine Definitionssache: Bei dem Brummton handelt es sich NICHT um Infraschall wie er häufig irrtümlicherweise immer wieder bezeichnet wird. Das menschliche Wahrnehmungsspektrum kann im Durchschnitt Schwingungen von 20 – 20.000 Hertz wahrnehmen. Darüber wird es Ultraschall, darunter wird es Infraschall genannt. Ungefähr bedeutet, dass es durchaus Menschen gibt, z.B. ich, die beispielsweise noch bei 15 Hertz und bei 25.000 Hertz etwas wahrnehmen. Diese vermeintlichen Ultraschall-Marder- und Katzenschreckgeräte oder das hohe Dauerpfeifen von Fernsehern kann ich z.B. problemlos hören. Dann ist aber wirklich Schluss, auch für die Fledermausmenschen unter uns. Fledermäuse können übrigens bis 200 kHz hören, also bis 200.000 Hertz. Das ist 10x mehr als der Mensch. DAS ist echter Ultraschall!

Zwischen 20-100 Hz spricht man von tieffrequentem Schall (TS). Die meisten Betroffenen berichten von Frequenzen zwischen 50-70 Hz. Unser nervtötender Brummton hat also zwar eine sehr niedrige Frequenz, liegt aber im normalen – tieffrequenten – Hörbereich von Menschen. 

Warum hören dann nicht alle Menschen diesen hässlichen Brummton?

Tja, eine SEHR gute Frage! 

Um derart tiefe Frequenzen wahrnehmen zu können ist in der Regel ein hoher Schalldruck notwendig. Diese Schalldrücke werden in einer natürlichen Umgebung kaum erreicht. Irgendetwas muss sich wohl IM Gehör der Betroffenen verändern! Meine gesamte Theorie dazu könnt ihr ganz unten bei Punkt 2: „Physiologische Ursache“ lesen.

Zunächst aber weiter mit der physikalischen Ursache:


Die physikalischen Grundlagen der Akustik vollumfänglich zu erklären, würde hier den Rahmen sprengen, deshalb nachfolgend möglichst kurz zusammengefasst:
 Tieffrequenter Schall TS hat eine extreme Reichweite und eine extreme Durchschlagskraft auch schon bei niedrigen Schalldrücken. Das Beispiel kennt jeder: Von der Party im Nachbarort oder dem Konzert im Stadion bleibt in einiger Entfernung nur noch das bumm, bumm, bumm übrig, also der Bass.
Und der TS von dem wir hier sprechen liegt noch um ein Vielfaches tiefer als der Bass einer Musikanlage.

 Um sich davor zu schützen, gibt es nur zwei Möglichkeiten die wirklich funktionieren würden: Maximale Distanz oder massivste Abschottung. Also sich so weit wie möglich von der Schallquelle entfernen oder mit massiven Abschirmungen den Schall stoppen. 
Problem:


1. Die tieffrequenten Schallquellen sind in einem dicht besiedelten Gebiet wie Europa überall, d.h. entfernt man sich von einer Schallquelle läuft man gezwungenermaßen in die nächste hinein. 


2. Um tieffrequenten Schall zu stoppen braucht es Masse und zwar ziemlich viel davon. Die HiFi-Experten verstehen sicherlich was ich meine. Es gibt dazu physikalische Formeln, abhängig natürlich vom verwendeten Material, aber vereinfacht gesagt: Um TS von um die 70 Hz komplett zu stoppen bräuchte es meterdicke Betonwände. 



Dummerweise „kriecht“ TS auch noch, das heisst, er kann durch kleinste Lecks in einen vermeintlich schalldichten Raum eindringen oder sogar um Ecken „kriechen“.. klingt nach Horrorfilm? Es IST ein verdammter Horror! Nur leider, leider kein Film! Den könnte man praktischerweise anhalten, ausschalten oder einfach wegschauen oder sich die Ohren zuhalten, wenn man es nicht mehr aushält..
TS Emissionen reichen PROBLEMLOS mehrere Kilometer weit. Natürlich auch die der BHKWs. 5 km sind ÜBERHAUPT KEIN PROBLEM für TS. Bei „guten“ Wetterbedingungen kann man von 10km und mehr ausgehen. 
Elefanten kommunizieren mittels Infraschall bzw. tieffrequentem Schall über Distanzen von 80-100km!!



Sieht man sich die weltweite Karte der Brummton-Betroffenen an, wird man feststellen, dass es sich bei den gemeldeten Orten oft um Ballungsgebiete mit viel Industrie und Technik handelt. Oder anders ausgedrückt: Man wird keinen Segler auf den Weltmeeren finden, der bei ausgeschaltetem Motor unter Deck (ohne Windgeräusche) den Brummton hört. Oder mitten in der Wüste. Oder in den Alpen auf einem Berg, Nix Alien. Nix Taos Hum. Es ist der Mensch! Es sind Maschinen!

Küsten und Häfen sind immer TS-Emissions-gefährdet, weil es dort Schwerindustrie und Schiffe, heisst, eine Menge schwerer, laufender Motoren oder anderer schwerindustrieller TS-Emittenten gibt. Stichwort: In der Wüste gibt es 100% keinen Brummton, außer wieder in irgendwelchen Oasen, wo munter Generatoren brummen um Strom für Licht zu erzeugen und Wasser zu pumpen.

1.3.2 Akustik: Resonanzen in Innenräumen / Raummoden

Man möchte meinen, dass jeder noch so kleine oder dünnwandige Raum den Schall abblockt. Kennt man: Getöse draußen auf der Straße, man schliesst das Fenster, Getöse weniger. Oder lautes Gespräche im Nachbarraum, Türe schliessen, Ruhe. 

Leider funktioniert dieses Prinzip bei TS genau überhaupt nicht bzw. genau gegenteilig. D.h. je dichter man einen Raum verschliesst, desto eher dient er als Resonanzraum für TS. Wie wir im vorherigen Punkt 1.3.1 gelernt haben, kann man TS nicht oder nur mit meterdicken Betonwänden stoppen. Er wird leider FAST IMMER, IN FAST JEDEN RAUM eindringen. Dummerweise blockieren Räume aber mittlere und hohe Frequenzen ganz gut UND reflektieren die Bässe, also den TS, der durch die Atmosphäre rollt, ein ganz klein wenig. Sie FILTERN den TS also regelrecht aus der Gesamtgeräuschkulisse der Umgebung! Folglich wird man TS in allen Arten von „Räumen“ IMMER am stärksten Wahrnehmen. Lässt man den TS hingegen in freier Natur über sich hinwegrollen, wird man sehr viel weniger bis überhaupt nichts davon wahrnehmen. Probiert es aus: Fahrt mit dem Auto beliebig irgendwo zum Spazierengehen hin: Draußen werdet ihr fast nichts bis gar nichts vom TS wahrnehmen – außer an Interferenz-Schnittpunkten, wie im Punkt 1.3.5 beschrieben. Setzt euch dann in euer Auto und ihr werdet den Brummton nach kurzer Zeit wahrnehmen (das Gehör ist träge, siehe Punkt INTERESSANTES / PHÄNOMENE). Ein Auto ist natürlich auch ein Raum.

Um die Verkettung von negativen Begebeheiten zu vervollständigen, verbringen wir in unseren Breitengraden die meiste Zeit und vor allem die schlimmste Brummzeit (Herbst, Winter, Frühjahr) in geschlossenen Räumlichkeiten.. FANTASTISCH…((( 

1.3.3. Akustik: Raummoden

HiFi-Fans können ein Lied davon singen. Gerade tiefe Frequenzen (große Wellenlängen) werden in Raumecken so ungünstig reflektiert, dass sich an nur bestimmten Stellen im Raum diese reflektierten Wellenlängen mit den neu ankommenden Schwingungen perfekt decken und sogenannte stehende Wellen bilden, allerdings mit der doppelten Amplitude! D.h. an manchen Stellen im Raum kann der TS durch diese Interferenz eine stehende Welle bilden, die dann erst richtig scheppert. Steht an diesen Knotenpunkten das Bett und kommt genau dort ungünstiger Weise auch noch der Kopf zu liegen, dann vibriert es einem das Hirn zu Brei.

1.3.4  Akustik: Reflexionen im Außenbereich

Auch die Bodenbeschaffenheit trägt erheblich zur Schallübertragung bei. Felsige und harte, verdichtete Untergründe reflektieren wesentlich stärker und tragen die Schallwellen regelrecht. Weiche und sumpfige Untergründe, wie Moore und Feuchtgebiete schlucken den Schall besser. Der Schall versickert sozusagen. Um die Reichweite eines oder mehrerer BHKWs zu beurteilen, sollte man sich über die geologischen Gegebenheiten vor Ort informieren.

Ein Phänomen welches im weitesten Sinn zur Bodenbeschaffenheit gerechnet werden kann: Schnee dämpft alle Geräusche, weil es Reflexionen verhindert oder zumindest abschwächt. Auch das Wummern wird dadurch deutlich gedämpft! Ein Vorteil, der leider auch gleich wieder etwas schwindet, da im Winter, WENN es schneit, auch mehr geheizt wird.. und womit wird dann gerne geheizt, weil es bei der lukrativen Stromproduktion sowieso quasi umsonst anfällt?.. richtig, mit der Abwärme der BHKW.

Auch das Gelände und die Topographie spielen eine massgebliche Rolle: Muss sich der TS in Ausbreitungsrichtung einen bewaldeten Bergrücken hochkämpfen oder kann er bequem von einer erhöhten Position aus eine gemähte Wiese „hinunterrutschen“?

1.3.5. Akustik: Interferenzen im Außenbereich

Bei der Ausbreitung des TS entstehen bei mehreren Schallquellen (BHKW) auch (wandernde) Interferenzen bzw. Schallüberschneidungen, was auch wieder zur hohen Diffusität des BT-Phänomens beiträgt. Überschneiden sich zwei oder mehr Schallquellen entstehen am Schnittpunkt stehende Wellen, siehe auch oben Punkt 1.3.3 „Raummoden“, nur dass diese sich im Aussenbereich aufgrund der Witterungseinflüsse (Windrichtung, Windstärke, Luftfeuchtigkeit etc.) verschieben können und wandern. Entsteht bei ungünstigen Bedingungen der Schnittpunkt direkt an ihrem Haus oder mehr oder weniger in unmittelbarer Nähe fliegen beinahe die Scheiben aus den Fenstern. So sind auch teilweise extreme Brummspitzen zu erklären, welche einen überhaupt nicht mehr schlafen lassen. Ist die Wetterlage über mehrere Tage gleich, kann der Körper dem Gebrumme auch nervlich kaum mehr etwas entgegen setzen. Man laugt vollkommen aus. 

Solche Schnittpunkte – ähnlich den Raummoden – konnte ich sogar in freier Natur beobachten bzw. hören und fühlen: Auf einem Waldweg, brummte es auf einem Abschnitt von vielleicht 50 Meter ziemlich massiv, und in der Natur nimmt man das Brummen immer viel weniger wahr, wie wir alle wissen. Vor und hinter diesem Abschnitt war praktisch NICHTS zu hören. Eine klassische stehende Welle.

1.3.6  Akustik: Richtungsbestimmung bei TS

Ein weiteres Thema, dass zur nervtötenden Diffusität der Problematik sehr stark beiträgt: 

Sehr tiefe Frequenzen können vom menschlichen Gehör aufgrund der Langwelligkeit nur sehr schwer bis überhaupt nicht verortet werden. Der Mensch kann die Richtung einer Schallquelle über den Druckunterschied, und nichts anderes sind Schallwellen, zwischen dem einen und dem anderen Ohr wahrnehmen. Der minimal längere Weg, den die Schallwelle zum schallquellenabgewandten Ohr benötigt, genügt um einen Druckunterschied wahrnehmen zu können. Dreht man den Kopf, wird der Druckunterschied größer oder kleiner. Ist der Druckunterschied null, schaut man genau in Richtung Schallquelle oder genau in die entgegengesetzte Richtung; wobei dann noch die Lautstärke, also der Schalldruck hinzu kommt, über den man erkennen kann, ob man dem Schall sozusagen entgegen blickt oder 180 Grad abgewandt ist. Der Druckunterschied ist bei sehr niedrigen Frequenzen aber derartig gering, dass das menschliche Ohr keinen Druckunterschied mehr zwischen dem linken und dem rechten Ohr feststellen kann. Die Folge: Es ist praktisch unmöglich die Richtung der Geräuschquelle anzugeben. Das Brummen scheint aus allen Richtungen zu kommen!


1.3.7  Witterungsabhängigkeit

Die Witterungsproblematik ist fast der gravierendste Faktor bei der ganzen Misere. Die Witterung beeinflusst MASSGEBLICH die Intensität und Dauer des Gebrummes. 

Was bedeutet also bei „guten“ Bedingungen, wie im vorherigen Punkt beschrieben?
 

Die Intensität des Brummtons ist abhängig von:

  • Aussentemperatur
  • Luftfeuchtigkeit
  • Windrichtung
  • Turbulenzen
  • Luftdruck

In der Reihenfolge. Der Witterung kann man bei der TS Problematik nicht genügend Bedeutung beimessen.

 Weil der Schall sich durch die Atmosphäre arbeiten muss. Gegenwind behindert ihn. In Windrichtung flutschts. Turbulenzen in der Luft (Hitze, Regen) behindern ihn. Kalte und feuchte Luft unterstützt ihn. Mit sehr kalter und trockener Luft (tiefer Winter, kontinental, nicht maritim) geht´s schon wieder nicht mehr so gut. Man kann es sich wie einen Eimer Wasser vorstellen, den man langsam auf einer Strasse am Berg ausschüttet: Die erste Welle muss sich über den Boden kämpfen, durch die Reibung wird sie langsamer, dahinter kommt schon die die zweite Welle, die unter den besseren Bedingungen schneller vorwärts kommt und auf die langsamere Welle aufläuft, bis diese dann wieder den Schwung verliert, dahinter aber schon die dritte angerollt kommt usw. usf. 
Die TS-Emission muss sich ständig durch die Luft kämpfen und wird dabei sehr unterschiedlich durch die Luftmoleküle, Stauungen, Turbulenzen, Thermik, Gegenwind, Regen, Nebel usw., also durch wechselnden Witterungsbedingungen ausgebremst oder unterstützt. Die nächste Welle kommt wieder ein bisschen besser durch, die nächste auch schlechter, dann flutscht wieder eine durch usw. usf.

WWW-WWW-WW-WWWWWWW-WW-WW-WWWW-WWWWWW-WW-W-WWW

Würden wir unter Wasser leben, könnten wir wahrscheinlich einen durchgehenden Brummton hören, nicht dieses nervtötende Stolpern. 

Das ist übrigens auch der Grund, warum ihr den Brummton z.B. in einer Sauna sehr, sehr wahrscheinlich NICHT wahrnehmen werdet, weil die Luftmoleküle durch die Hitze derart in Bewegung sind, dass die Schallenergie des TS einfach zerschlagen wird und sozusagen versandet.. probiert es selber aus. Siehe auch Thema Sauna bei den Lösungsmöglichkeiten (Standortwechsel, Stress reduzieren)

Das erklärt auch mit das Phänomen (siehe Punkt Phänomene), dass der BT vor allem im Herbst, aber auch im Winter und Frühjahr am stärksten wahrgenommen wird und im Sommer am schwächsten. Oder nachts stärker als tagsüber: Abgesehen, dass nachts die maskierenden Mittel- und Hochfrequenzen fehlen, nachts ist es in den meisten mitteleuropäischen Breitengraden immer einfach feuchter und kühler und windstiller. Idealste Bedingungen für die Ausbreitung des Brummtons.

4 Faktoren verstärken sich im Sommer zum Positiven und im Winter leider zum sehr Negativen:

Im Sommer..

  1. … gibt´s Strom und Wärmeenergie aus Wind, Photovoltaik und Solarthermie en masse, weshalb die Biogasanlagen gedrosselt, wenn auch nicht ganz ausgeschaltet werden.
  2. … BEHINDERN, wie oben erläutert, die Witterungsbedingungen die Ausbreitung des BT.
  3. … halten wir uns öfters im Freien auf, wo der BT viel weniger wahrnehmbar ist.
  4. … bewegen wir uns mehr, wir bekommen mehr Sonne, Licht und Luft ab, die Stimmung ist aufgehellt, was natürlich immer hilft Negatives im Leben auszuhalten.

Im Winter..

  1. … herrscht Dunkelflaute, weshalb die Biogasanlagen oft auf Vollgas laufen, weil Strom UND Wärme benötigt wird.
  2. … FÖRDERN, wie oben erläutert, die Witterungsbedingungen die Ausbreitung des TS.
  3. … halten wir uns hauptsächlich in Innenräumen auf, wo der BT stark wahrnehmbar ist.
  4. … bewegen wir uns weniger, wir bekommen weniger Sonne, Licht und Luft ab, die Stimmung ist mehr so lala, was natürlich weniger hilft Negatives im Leben auszuhalten.

Deshalb: Sommer Top – Winter Flop

Wobei TOP ein wenig übertrieben ist, da es in unseren Breitengraden auch in der Sommerzeit früh morgens oder spätabends, geschweige denn nachts, durchaus frisch-feuchte 10-15 Grad haben kann.. perfekte Bedingungen für den Brummton!

Nachfolgend eine Grafik die eine grobe Verteilung der BT-Intensität im Jahresverlauf zeigt:

Wie gesagt, nur grob atmosphärisch bedingt im Mittel.. die Intensität wird durch 100 andere Faktoren mit beeinflusst und kann im Einzelfall stark von dieser Grafik abweichen. Und im Sommer kann der Brummton durchaus MAL auf null abfallen, das ist aber wirklich selten, weshalb es in der groben Grafik nicht eingezeichnet wurde. Fakt ist leider: Es brummt fast immer. Auch im Sommer. Nur eben mit unterschiedlicher Intensität.

Nachfolgend der Einfluss verschiedener Witterungszenarien auf die Immisionen, also den Schalleintrag an einem bestimmten Standort. Der Standort des 400 kW – BHKW ist fiktiv und ROT markiert. Der Standort der ebenfalls fiktiven Brummtonhörer ist BLAU markiert:

Szenario 1

Szenario 2

Szenario 3

Szenario 4

Szenario 5

Ergebnis für die fiktiven Brummtonhörer in Grimolzhausen:

  • Szenario 1 – Brummtonbelastung: mittel = sehr nervig
  • Szenario 2 – Brummtonbelastung: schwer = die Nerven liegen blank
  • Szenario 3 – Brummtonbelastung: leicht = normal nervig
  • Szenario 4 – Brummtonbelastung: schwer = die Nerven liegen blank
  • Szenario 5 – Brummtonbelastung: leicht = normal nervig

Dieses Ergebnis würde natürlich nur gelten, wenn um den Ort Grimolzhausen herum keine weiteren BHKW installiert wären, was in der Realität so natürlich nicht vorkommt.

Wie man bei jedem Szenario gut sehen kann, würde der westlich von Pöttmes gelegene, bewaldete Bergrücken den TS an der Ausbreitung in Richtung Westen hindern, siehe URSACHEN DES BRUMMTONS / DIE PYSIKALISCHE URSACHE / 1.3.4 AKUSTIK: REFLEXIONEN IM AUSSENBEREICH

Das erklärt auch, warum man, gerade im Sommer, sein oder seine BHKW manchmal überhaupt nicht mehr hört: Die Witterungsbedingungen für die Ausbreitung des Schalls sind dann aktuell einfach derart ungünstig, dass man von dem Brummen fast nichts mehr hört.

1.4 Sonderfall Stadt / Städtische Gebiete

In der Stadt ist die ganze Sache leider noch verzwickter. Auch hier gibt es natürlich massenweise KWK-Anlagen, von durchschnittlich bis riesengroß, aber zu diesen kommen leider noch eine Vielzahl an anderen möglichen TS-Quellen. U-Bahnen, Lüftungsanlagen von großen Klimaanlagen auf den Dächern von Bürogebäude, Auto- und Schienenverkehr (Tunnelein- und Ausfahrten, ja auch hier wird TS erzeugt)  etc. pp. Außerdem spielt sicherlich die komplizierte Schallbrechung aufgrund der dichten und hohen Bebauung eine Rolle, sowie natürlich der hochverdichtete Untergrund der Schall bestens reflektiert. TS ist zwar „sturer“ und wird weniger stark gebrochen als MS und HS, aber auch TS kann reflektiert werden und biegt oder „kriecht“ um die Kurve wie unter Punkt 1.1 „Grundlagen der Akustik“ erläutert. 

Somit ist es in städtischen Gebieten – meines Erachtens – noch viel schwieriger bzw. beinahe aussichtslos diesem Brummton zu entkommen, heisst, ein Fleckchen zu finden, wo es etwas weniger brummt. Es gibt zuviele mögliche zusätzliche Quellen und noch mehr Variablen die das Gebrumme beeinflussen können. Leider..(

Städte mit See- oder Binnenhäfen sind dann praktisch der komplette Albtraum, da hier meist alle theoretisch möglichen Ursachen für TS vorhanden sind: Schwerindustrie, Häfen mit Schiffen mit den entsprechenden Motoren, Pipelines inkl. der Verdichterstationen, U-Bahnen, überall riesige Klimaanlagen auf den Dächern der Bürogebäude.. sprich: Es dröhnt und scheppert und rummst und wummert buchstäblich aus allen Rohren. Einzelne TS-Quellen zu isolieren ist praktisch aussichtslos. 

1.5 Andere Brummton- / TS-Quellen

Weitere potentiell mögliche Brummtonquellen, auf die man auch ein bisschen ein Auge haben sollte:

  • Gaspipelines und deren Verdichterstationen
  • See- und Binnenhäfen
  • Schwerindustrie
  • Windräder unter bestimmten Bedingungen

1.6 Zusammenfassung:

Nimmt man jetzt das o.g. Wissen um die akustische Wucht des TS und Reichweite und die Witterungsbedingungen usw. zusammen, müsste man im Durchmesser mindestens 5-10 und mehr Kilometer große Bannmeilen oder Schallschutz-Sicherheitszonen um diese BHKWs ziehen, um diesem Gebrumme zuverlässig zu entkommen. Zeichnet man das in die Karten ein, so wie ich das nachfolgend getan habe, erkennt man schnell, dass es kein Entrinnen gibt. Entfernt man sich weit genug von einer TS-Quelle, läuft man schon in die nächste hinein. 99% von Deutschland wäre ein Sperrgebiet.

Hier das Ganze einmal an einem beliebigen Ausschnitt der Bayernkarte von OpenStreetMap illustriert, mit einer angenommenen Reichweite der Emissionen von nur 2-4 km. In der Mitte eines jeden Emissionskreises liegt nach den öffentlich einsehbaren Daten von energieatlas.bayern.de eine Biogasanlage mit angeschlossenem BHKW oder eine sonstige KWK-Anlage. Diese Darstellung ist also NICHT fiktiv, sondern bittere Realität:

Und wir wundern uns, dass es Ü-BER-ALL brummt! In den Ballungsgebieten sowieso, aber eben auch fast überall auf dem Land !-(

Diese Karte soll nur veranschaulichen, wie flächendeckend die Problematik ist. Es bedeutet leider nicht, dass man außerhalb der Kreise nichts mehr hört. Ein Durchmesser von nur 4km ist ohnehin schon sehr optimistisch, vor allem im Frühjahr, Winter und Herbst bei anhaltend feucht-kalter Witterung und kreisrund werden die Emissionen sicherlich auch nicht ausfallen, weil die Schallausbreitung wie oben beschrieben von vielen Faktoren abhängt und auch sehr viel weiter reichen kann. Und die Karte zeigt NUR die Biomasseanlagen; es gibt wie unter Punkt 1.5 beschrieben aber auch noch einige andere TS-Quellen!

Überträgt man alle zur Verfügung stehenden Daten auf eine Deutschlandkarte, ist bis auf die Alpen und größere Naturschutzgebiete oder Truppenünungsplätze die gesamte Landkarte rot.

Dummerweise setzt natürlich nicht nur Deutschland auf die KWK-Technologie, sondern auch alle unsere direkten und weiteren Nachbarn, wie Österreich, Tschechien, Frankreich, Polen, Belgien, Niederlande, Dänemark usw. Sehr wahrscheinlich ist leider ganz Europa mit Kraft-Wäreme-Kopplung zugepflastert, außer eben die Nationalparks der Länder, große Seenplatten, die Alpen, die spanische Pampa, in Lappland oder vergleichbare industriefreie Landstriche. In Bergwerken sollte natürlich auch nichts zu hören sein, aber wer will schon in einem Bergwerk leben??

2. Die physiologische Ursache:

Die physiologische Ursache ist – meiner Einschätzung nach und ich bin kein Mediziner und es gibt bis jetzt null Forschung dazu – eine durch Viren (nein, Covid hat damit nichts zu tun, den Brummton gab´s schon lange davor) oder eine bakterielle Infektion oder ototoxische (gehörschädigende) Substanzen (PFAS, PBA, Glyphosat, Titanoxid, Mikroplastik…. sucht euch was aus..) oder einfach altersbedingt (?) oder durch permanente tieffrequente Beschallung (BHKWs u.a.) verursachte pathologische und chronische Veränderungen in oder an der Cochlea (Gehörschnecke / Innenohr), welche zur Folge hat, dass die Dämpfung von tieferen Frequenzbereichen abnimmt oder die Isolierung des Innenohrs ggü. diesen Frequenzen leidet oder oder oder… wie alles andere auch, was „im Alter“ im Körper plötzlich zu zwicken anfängt, geht sozusagen die eingebaute Dämpfung gegen tieffrequenten Schall kaputt, was zur Folge hat, dass tieffrequenter Schall ZUSÄTZLICH über den Schädelknochen, und nicht über den Gehörgang, sondern von außen sozusagen, ins Innenohr eindringen kann oder dort aufgrund anderer (irgendwie verursachter) Vorgänge PLÖTZLICH (!) wahrgenommen werden kann. Kurz, der TS-Filter im Ohr wird in irgendeiner Form beschädigt und wird durchlässig. Die Folge ist, dass das Brummen nicht gänzlich durch herkömmlichen Gehörschutz abgehalten werden kann bzw. überhaupt erst tiefe Frequenzen über einen anderen Teil des Innenohrs wahrgenommen werden können und praktisch durch eine eigentlich nicht vorgesehene Hintertür ins Gehör eindringen kann und dabei über die Nerven ein Gefühl erzeugt wie unter Strom zu stehen oder Kribbeln auf der Haut und andere körperlich wahrnehmbare Phänomene, siehe Menüpunkt Phänomene. 
Durch einen bestimmten pathologischen Prozess im Körper bzw. in Teilen des (Innen-)ohrs oder Schädels (Felsenbein), leiten diese plötzlich TS über die (Hör-)Nerven weiter, welche ursprünglich dafür gar nicht vorgesehen sind. Wie ein Kurzschluss irgendwo im Innenohr sozusagen.


Außerdem muss es meiner Einschätzung nach irgendwie mit der Flüssigkeiten im Kopf bzw. dem Ohr zu tun haben. Bleibt eigentlich nur das Hämoglobin und die Elektrolytflüssigkeit in der Cochlea übrig. Zwei Phänomene (siehe Phänomene) haben mich zu dieser Einschätzung gebracht:

1. Die Intensität der Wahrnehmung hängt mit der Lagerung des Kopfes zusammen.

2. Schüttelt man den Kopf horizontal hin und her, verschwindet der Brummton, obwohl man andere Geräusche noch wahrnehmen kann. Dabei kann man beobachten, dass der Brummton kurzzeitig etwas heftiger wahrnehmbar ist, wenn man das Kopfschütten stoppt, so als würde irgendeine Flüssigkeit im Ohr „zurückschwappen“ und dadurch eine höhere Sensitivität erzeugen.

Das kann meines Erachtens nur mit Flüssigkeit zu tun haben. Ich würde weniger auf Hämoglobin tippen, davon gibt es in dem Felsenbein (Knochen) in dem das Innenohr eingebettet ist zu wenig, sondern mehr auf die beiden Elektrolytflüssigkeiten in der Cochlea. Vielleicht stimmt dort etwas nicht?.. zu wenig Flüssigkeit? Zu viel? Falsche chemische Zusammensetzung des Elektrolyts? Mikroskopische Lufteinschlüsse, die sich irgendwie gebildet haben und dort nicht hingehören? Durch Kopfschütteln oder die unterschiedliche Lagerung des Kopfes werden diese Gasbläschen kurzzeitig verdrängt und die Dämpfung durch die Elektrolytflüssigkeit wird wieder hergestellt????.. Einlagerungen?..

ICH.WEISS.ES.NICHT… alles wilde Spekulationen.. aber es ist doch schon irgendwie sehr naheliegend, dass es mit irgendeiner Flüssigkeit im Innenohr zusammenhängt, oder?

In diesem Zusammenhang ein kurzer Cochlea Crashkurs: Die Cochlea ist die Gehörschnecke im Innenohr, etwa 1,5cm groß, in der die von Schallwellen erzeugten Druckunterschiede in elektrische Impulse umgewandelt werden, die das Gehirn verarbeiten kann. Wer mehr wissen will kann gerne im Internet die Funktionsweise des Innenohrs studieren, wirklich außerordentlich interessant, wie die Natur diesen hochkomplexen Sensor konstruiert hat.. Hohe Töne werden übrigens ganz unten am „Eingang“ der Cochlea verarbeitet, nicht wie man annehmen möchte in der Spitze, und die tiefen und sehr tiefen Töne werden eben in der Spitze der Cochlea verarbeitet. D.h. der uns betreffende Teil im Innenohr, der die Wahrnehmung von tiefen Frequenzen übernimmt, ist nur 1-2 mm im Durchmesser klein! Also Stecknadelkopfgröße!! Vielleicht hat es aber auch mit den (Nerven-)zellen zu tun, welche innerhalb der Cochlea unmittelbar mit der Umwandlung der Druckunterschiede in elektrische Signale zu tun haben. Eine Entzündung vielleicht, welche die Überempfindlichkeit erklären könnte? Werden diese Zellen nicht gereizt – z.B. im Urlaub – klingt diese Entzündung etwas ab, was erklären würde, warum man nach einem Urlaub ohne Brummton (siehe Phänomene) dieses elende Gewummer eine Zeit lang nicht mehr hört, bis die Nervenzellen durch die industrielle Dauerbeschallung in unserer 1. Welt wieder überreizt sind..

ICH.WEISS.ES.NICHT.

Um nochmal auf die phyiologische Ursache zu kommen, eine plötzliche, pathologische (krankhafte) Veränderung im Innenohr: Das ist eben auch der Grund, warum sehr viele Betroffene davon berichten, dass sie den Brummton mehr oder weniger URPLÖTZLICH wahrnehmen. Das Ohr liegt dann durch eine dauerhafte Schädigung irgendwann praktisch blank, wie das durchgescheuerte Hüft- oder Kniegelenk, und dann geht der TS ohne Filter oder Dämpfung direkt und buchstäblich auf die Nerven. Meist versuchen die Betroffenen dann verständlicherweise dieses sehr plötzliche Auftreten mit irgendwelchen Baumassnahmen in der näheren Umgebung in Zusammenhang zu bringen. Auf dem Nachbargrundstück wurde gebaut, der Nachbar hat eine Wärmepumpe einbauen lassen, nicht weit weg sind Windräder errichtet worden, eine Straße weiter ist eine Baustelle, hier wurde ein Tunnel gebohrt, dort wurden Leitungen in der Erde verlegt, weiter hinten wurde ein Funkmast errichtet etc. pp. Dabei gab es die Beschallung schon lange vorher. Manchmal wurde aber tatsächlich auch ein neues BHKW in ein paar Kilometer Entfernung in Betrieb genommen, welches das Fass dann endgültig zum Überlaufen gebracht hat bzw. dem angeschlagenen Gehör den Rest gegeben hat.

Das ist auch der Grund, warum nur ein Teil der Bevölkerung davon betroffen ist, da es schlicht eine Erkrankung oder Schädigung oder ein Verschleiss wie jeder andere auch ist, der eben nur einen Teil der Bevölkerung (be-)trifft. Deshalb wundert euch nicht, wenn ihr die einzigen in eurem Umfeld seid, die dieses Brummen wahrnehmen können. Ihr seid nicht verrückt, sondern habt einfach Ohr. Nicht Rücken, sondern Ohr! Nicht alle Menschen bekommen auch alle Krankheiten. Jeder muss nur sein eigenes Päckchen tragen. In unserem Fall ist nur dumm, dass es eine nigelnagelneue Krankheit aus dem Systembaukasten ist, welche noch nicht einmal einen Namen hat, geschweige denn erforscht ist. Ganz, ganz langsam trifft man hie und da einen HNO, dem zumindest schonmal von einem Patienten davon berichtet wurde.

Apropos Namensgebung.. Ist es nicht so, dass derjenige, der eine Krankheit als erster beschreibt, die Krankheit auch benennen darf??.. Ok.. das wäre dann ich selbst… folgende Vorschläge hätte ich:

Hässliches Drecksgebrumme (umgangssprachlich)

oder

Dummton (umgangssprachlich)

und

Cochleatitis (wissenschaftlich)

So.

Jetzt hat das Kind endlich auch einen Namen.

Und ihr habt zumindest schonmal das Wissen.

Wissen ist Macht.

Womit wir gleich frohen Mutes zum nächsten Punkt LÖSUNGSMÖGLICHKEITEN schreiten können.

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