Versuch & Irrtum

Hier möchte ich euch von meinen persönlichen Irrwegen, Versuchen, Ideen und Ansätzen berichten, die ich im Laufe der Jahre absolviert habe.. als Anregung, als Beispiel oder Warnung, damit ihr nicht in dieselben Sackgassen lauft, als Erfahrungsaustausch oder einfach nur als erheiternde Bettlektüre…

Schulmedizin

Nachfolgend möchte ich zwei Erfahrungen mit der Schulmedizin mit euch teilen:

1. Versuch – per Mail – August 2021 – Deutsches Hörzentrum der HNO-Klinik Medizinische Hochschule Hannover:

Ich:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich nehme seit Ende 2014 tieffrequente Töne wahr, die mir meinen Schlaf und meine Nerven rauben.
Dieser Brummton, oder das Wummern, wird von ein paar wenigen Prozent der Bevölkerung wahrgenommen.
Die Ursache ist mir mittlerweile relativ klar: BHKWs und ähnliche Industrieanlagen.
Die Frage ist: Warum nehme ich das erst seit Ende 2014 wahr? Diese Anlagen wurden im Zuge der Energiewende
in den letzten Jahren zwar massiv ausgebaut, aber etliche gab es vor 2014 auch schon..
Irgendetwas muss in/mit meinem Gehör geschehen sein..
Haben Sie damit Erfahrungen? Falls ja, bin ich um Unterstützung dankbar.
Falls nein, haben Sie ggf. Empfehlungen für Spezialisten, Kliniken, Institute, Hochschulen, Forschungseinrichtungen,
an die ich mich wenden könnte?
Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

Deutsches Hörzentrum:

Sehr geehrter Herr X, das ist mal ein ungewöhnliche Fragestellung. Was hat denn Ihr HNO Arzt dazu gesagt?

Ich:

Sehr geehrte Frau Y, der einzige HNO, dem ich […] einmal davon erzählt habe, hatte noch nie davon gehört. So verschwindend gering ist die Zahl der Betroffenen aber eigentlich gar nicht. Zumindest [..] durch die Medien einigermaßen bekannt geworden ist das Phänomen in dem Ort Steinhöring, siehe nachfolgende Links unter brummton.com. Im Anhang noch ein Dokument des bayrischen Landesamts für Umwelt bzgl. tieffrequenter Geräusche bei Biogasanlagen und Luftwärmepumpen. […] Und falls ich die Antwort auf eine Frage vorwegnehmen darf: Nein, es ist kein Tinitus. An vielen Orten auf der Erde – vornehmlich weniger technisierte Gegenden – höre ich das Wummern, wie ich es gerne nenne, nicht. Meine Vermutungen liegen in einer (pathologischen?) Veränderung der Cochlea selbst oder vielleicht der Konzentration der peri- oder endolymphatischen Flüssigkeit darin. Oder insgesamt der Lagerung des Innenohrs im Felsenbein? Deshalb die Suche nach einem Innenohrspezialisten. Wie gesagt, für Empfehlung bzgl. weiterer Anlaufstellen bin ich Ihnen auch dankbar.

Deutsches Hörzentrum:

Sehr geehrter Herr X, wir als HNO Klinik können nur Ihr Gehör messen, zu den Umweltgeräuschen können wir keine Messungen  oder Angaben machen. Möchten Sie einen Termin für einen Hörtest haben?

ENDE DER KOMMUNIKATION.

Das ist doch sehr erfrischend oder etwa nicht? Ich möchte aber noch eine weitere, noch erfrischendere Geschichte mit euch teilen:

2. Versuch – per Mail und persönlich – August 2025 – Universitätsklinik Grosshadern, München, Direktion HNO

Ich:

Sehr geehrter Herr Prof. Canis,

seit über 10 Jahren nehme ich tieffrequenten Schall wahr (ca. 68 Hz), auch bekannt als Brummton-Phänomen.

Die Ursachen in der immer weiter wachsenden technischen Infrastruktur der Industrienationen sind mannigfaltig,

im Speziellen sind das abertausende von KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung) die in den letzten 15-20 Jahren flächendeckend
deutschlandweit im Zuge des Ausbaus regenerativer Energieproduktion massiv geschaffen wurden, Stichwort Biogas-Blockheizkraftwerke (BHKW).
Dort poltern riesige biogasbetriebene Motoren rund um die Uhr, um Strom und Wärme zu erzeugen.

Ein paar Links vielleicht dazu um einen Eindruck von der Problematik zu bekommen:

[…]

Die Leidensgeschichte möchte ich Ihnen ersparen, nur soviel sei gesagt, dass diese Problematik eine extreme Einschränkung der Lebensqualität bedeutet, und mich – und tausende meiner Leidensgenossen – bis zum heutigen Tage sehr, sehr viel Kraft gekostet hat und jeden Tag kostet.

Über die Jahre entwickelte ich immer neue Ansätze das Problem technisch, medizinisch, physisch und psychisch in den Griff zu bekommen, leider nur mit mäßigem Erfolg.
Tieffrequenter Schall hat eine extrem hohe Reichweite und durchdringt so ziemlich jedes Material.

Momentan verfolge ich vermehrt wieder medizinische Ansätze, da verschiedene Indizien darauf hinweisen, dass es offenbar irgendwie mit Druckunterschieden 

oder Flüssigkeitsveränderungen in der Cochlea zu tun haben muss:

  • Viele berichten davon, dass der Brummton verschwindet, wenn sie den Kopf schnell nach links und rechts schütteln.
    Das kann ich bestätigen. 
  • Ausserdem wird berichtet, dass der Brummton auf einem Ohr stärker wahrgenommen wird als auf dem anderen.
    Das kann ich ebenfalls bestätigen.
  • Zudem weiß ich aus langer Erfahrung, dass die Position des Kopfes bei der Wahrnehmung ein große Rolle spielt.
    Am stärksten nehme ich den Brummton auf dem Rücken liegend wahr. Weniger auf dem Bauch, Gesicht nach unten.
    Besser ist Sitzen oder im seitlichen Liegen mit dem empfindlicheren Ohr nach unten.

Außerdem berichten fast alle Leidensgenossen, das der Brummton ganz plötzlich in ihr Leben getreten ist. Das kann ich bestätigen (November 2014).
Es muss also irgendeine pathologische Veränderung im Ohr gegeben haben, welche logischerweise auch eine Ursache haben muss.

Über Flüssigkeit, Lage, Druckunterschiede usw. habe ich verstärkt die Cochlea im Verdacht, welche evtl. durch Infektionen oder ototoxische Substanzen geschädigt wurde.

Mit großem Interesse habe ich deshalb die Seite über experimentelle Hörforschung der LMU gelesen.

Fibrinogen-abhängige Beeinträchtigung der cochleären Mikrozirkulation…Cochleärer Blutfluss und Hörschwelle…Hyperfibrinogenämie…medikamentöse Defibrinogenierung…
lokale Applikation von TNF-alpha wurde dosisabhängig eine Reduktion des cochleären Blutflusses erzielt…Gabe des TNF-Antagonisten Etanercept…
Wirkmechanismen von Betahistin.. das klingt alles fantastisch in meinen Ohren..!!

Momentan plane ich tatsächlich einen Schallschutzbunker zu bauen, da der tödlichste Effekt dieser Problematik der dauerhafte Schlafentzug ist. Nachts nimmt der Brummton aus verschiedenen physikalischen Gründen zu.

Falls das nicht klappt, wäre die Alternative nur noch nach den vier bereits absolvierten Umzügen, welche das Problem nicht gelöst haben, zu den vier bestehenden Flüchtlingskategorien (Krieg, Regime, Klima, Wirschaft) die fünfte Kategorie hinzu zu fügen, den Technologieflüchtling, und meine Heimat zu verlassen.

Wie Sie sehen, stehe ich mit dem Rücken zur Wand. Sie können sich nicht vorstellen, was ich inzwischen bereit bin zu tun, um dieses Übel aus meiner Welt zu schaffen.

[…]

Können Sie mir vielleicht helfen?

Universitätsklinikum Grosshadern:

Sind Sie privat oder gesetzlich versichert? [sic!] [ohne Anrede, ohne Grussformel, ohne Signatur, nur dieser eine Satz]

Nach Beantwortung der Frage erhielt ich ein weiteres Mail, immer noch ohne Anrede, aber diesmal sogar mit Grußformel UND Signatur!! WOW!!

Universitätsklinikum Grosshadern:

Wir können Ihnen einen Termin am 02.10.25 um 9.40 Uhr anbieten.

Ihr Termin ist in der HNO-Klinik im Klinikum Großhadern.

https://www.lmu-klinikum.de/hals-nasen-ohrenheilkunde/uber-uns/standort-grosshadern/f3a38bf88500a102

Bitte um kurze Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen

HNO Team

Nach langer Anreise stand ich pünktlich um 9:40 Uhr an besagtem Tag vor der Anmeldung: 

Ich:

Hallo, ich habe einen Termin um 9:40 Uhr.

Dame:

Bitte ziehen Sie eine Nummer.

Ich:

Äähh, ich habe einen Termin mit Herrn Prof. Canis um 9:40 Uhr.

Dame:

Ja,ja, bitte ziehen Sie eine Nummer.

Ich tat wie mir geheissen wurde, zog eine Nummer und harrte da der Dinge. 

Nach guten 2 Stunden (!) Warten im allgemeinen, äußerst tristen Wartebereich der Abteilung, liess ich mich doch zu einer Nachfrage hinreissen, wann ich denn zum Professor vorgelassen werden würde, auch wenn ich denn Verständnis hätte, dass dieser ein vielbeschäftigter Mann sei usw. usf.. Eine weitere Viertelstunde später wurde tatsächlich meine Nummer aufgerufen, ich betrat eines der vielen Behandlungszimmer und sah mich einer sehr jungen Ärztin gegenüber, welche mich bat Platz zu nehmen.

Ich: 

Hallo, ich glaube es handelt sich hier um ein Missverständis, ich dachte ich hätte einen Termin mit dem Professor:

Junge Ärztin:

Welches Problem haben Sie denn?

Ich:

Haben Sie meine Mailanfrage erhalten? Da steht eigentlich alles drin.

Junge Ärztin:

Nein.

Ich schilderte sehr knapp das Problem.

Junge Ärztin:

Sie haben Ohrgeräusche.

Ich:

Nein, ich habe keine Ohrgeräusche. Bitte, ich möchte unser beider Zeit nicht zu sehr in Anspruch nehmen. Es handelt sich hier offenbar um ein Missverständnis und ich möchte Ihre Kompetenz keinesfalls in Frage stellen, aber bitte haben Sie Verständnis, dass ich gerne den Professor (oder die Forschungsabteilung) konsultieren würde. 

Junge Ärztin:

So etwas schaut sich der Professor nicht an. Das schaut sich maximal noch der leitende Oberarzt an. Wir können einen Hörtest machen. 

Ich:

Nein, vielen Dank. Mit meinem Gehör ist nachweislich alles in bester Ordnung. Vielen Dank und frohes Schaffen noch. Auf Wiedersehen.

Nach langer Heimreise und langem Grübeln entschied ich mich einige Zeit später noch einen letzten Versuch zu machen und schrieb die beiden leitenden Mediziner der Forschungsabteilung des Klinikums Grosshadern direkt an:

Ich:

Sehr geehrter Herr Prof. Gires und Herr Prof. Zeidler,

vergangenen Donnerstag fand ich mich zum anberaumten Termin um 9:40 Uhr in der HNO-Abteilung ein.

Nach zwei Stunden Wartezeit wurde ich gegen 12:00 Uhr zu einer jungen Ärztin vorgelassen, welcher keinerlei Informationen bzgl. meines Anliegens vorlagen, siehe u.s. Mail.

Das Angebot eines Hörtests lehnte ich dankend ab und habe unverrichteter Dinge den […] Heimweg angetreten, nachdem ich noch die Parkgebühren bezahlt hatte.

Deshalb jetzt noch ein zweiter Anlauf, wenn Sie gestatten.

Mein Anliegen noch einmal kurz zusammengefasst:

  • Ich höre dauerhaft, tieffrequente Geräusche, verursacht durch technische Infrastruktur wie Generatoren, Kompressoren, vor allem Blockheizkraftwerke, siehe u.s. Mail
  • Hierbei handelt es sich NICHT um einen Tinitus oder sonstige Ohrgeräusche. Es ist ein klar definierbares, externes, tieffrequentes Brummgeräusch.
    An einigen, wenigen Stellen – ohne Infrastruktur – nehme ich dieses Brummen nicht wahr, wie z.B. in den Alpen oder in Ländern ohne flächendeckende, technische Infrastruktur.
  • Ich benötige KEINE Standard-Untersuchung oder einen Hörtest. Alle dbzgl. Untersuchungen bescheinigten mir bisher ein exzellentes Gehör. Alles ist anatomisch in bester Ordnung.
  • Es gibt KEINEN psychosomatischen Zusammenhang.

Ich suche den Kontakt zur EXPERIMENTELLEN HÖRFORSCHUNGSABTEILUNG oder zu ÄRZTEN MIT SEHR GROSSER, LANGJÄHRIGER ERFAHRUNG der HNO-Klinik Grosshadern bzgl. möglicher medikamentöser Unterdrückung dieser Geräusch-Überempfindlichkeit.

Es handelt sich um eine sehr komplexe Diagnose. Es gibt noch nicht einmal einen Namen für dieses Krankheitsbild.

Können Sie mir vielleicht weiterhelfen?

Vom Universitätsklinikum Grosshadern kam keine Antwort mehr.

ENDE DER KOMMUNIKATION.

Das ist doch auch eine köstliche Geschichte, oder? 

Alternative Medizin

Hier versuchte ich Osteopathie mit Spagyrischen Mischungen, Phosphorus und Theridion. Außerdem TCM und Akupunktur. Leider alles mit geringem (Ostepoathie) bis überhaupt keinem Erfolg (TCM, Akupunktur).

Wobei ich noch die sehr seltsame Geschichte bei der Osteopathiebehandlung mit euch teilen möchte:

Es war, glaube ich, sogar die allererste Behandlung bei einem Osteopathen in meinem Leben überhaupt. Ich war vorher noch nie bei einem Osteopathen und wusste nur so ungefähr, was die so machen. Die Behandlung war angenehm, aber ich war skeptisch, dass durch die wenigen Griffe und Berührungen IRGENDETWAS in meinem Körper in Gang gesetzt werden könnte. Da ich aber ein aufgeschlossener Mensch bin und als Brummtonhörer sowieso nach jedem Strohhalm greife, wollte ich einfach nichts unversucht lassen.

UND SIEHE DA! Ich konnte es kaum fassen! Der Brummton war weg!!!

Ich bin ein relativ nüchterner Mensch und glaube nicht an Wunderheilungen, aber das hat mich doch sehr überrascht, um nicht zu sagen ein bisschen vom Hocker gehauen. Leider hielt diese wunderbare Ruhe nur einen Tag an, dann konnte ich den Brummton langsam wieder mehr und mehr hören. Ich natürlich sofort wieder zum Osteopathen mit der Bitte die Behandlung exakt so zu wiederholen. Es funktionierte wieder, aber nur noch halb so gut. Der Brummton war nach ein paar Stunden langsam mehr und mehr wieder wahrnehmbar. Ich wieder zum Osteopathen. Gleiche Behandlung. Leider blieb der erhoffte Behandlungserfolg dann ganz aus. Ich hab´s noch ein, zweimal versucht, aber das Märchen war zu Ende. Der, wenn auch nur kurzzeitige Behandlungserfolg liess sich nicht mehr reproduzieren. Irgendwie so als ob der Körper auf einen Trick „hereingefallen“ war und sich dann nicht mehr „täuschen“ liess. Schade. Es war natürlich zu schön um wahr zu sein. Aber seltsame Geschichte, oder?

Vakuumtank

Das war nur so eine Idee, weniger ein tatsächlicher Weg, den ich beschritten habe. Die Idee dahinter: Schall braucht Atmosphäre oder irgendein Medium um sich fortzupflanzen. Im All gibt´s keinen Schall. Also warum nicht eine Vakuumkammer, wie eine umgekehrte Druckkammer aus dem Tauchsport bauen. Zwei Röhren ineinander geschoben, zwischen welchen die Luft abgesaugt wird. Dann dürfte es eigentlich keine Schallübertragung in den Inneraum geben.

Nicht realisiert, weil: Technisch extrem aufwändig

Bunker

Der Bunker war schon in einem gewissen Planungsstadium: Wie im Punkt URSACHEN DES BRUMMTONS / AKUSTIK beschrieben helfen nur Distanz oder massivste Hindernisse um den TS zu stoppen. Ist natürlich auch eine Kostenfrage.

Nicht realisiert, weil: Kosten

ANC Selbstbau

Eine TS-Gegenschallanlage selber bauen sollte eigentlich nicht so schwer sein, dachte ich. Ein – zugegebenermaßen sehr teures – Mikrofon bzw. im tieffrequenten Bereich benutzt man eher Drucksensoren, einen Umrichter und einen leistungsfähigen Subwoofer. Das wären die einzigen Zutaten zu so einem Apparat. 

Diese Idee habe ich noch nicht aufgegeben. Wenn ich einen funktionierenden Prototypen habe, werde ich hier berichten.

Schallabsorber 

Schallschluckende Materialien in Verbundbauweise aus dem HiFi-Bereich, zumindest im Schlafzimmer könnten hier Abhilfe schaffen. Die Aufbaustärke müsste aber mindestens 50cm haben, d.h. man verliert in dem Zimmer mehrere qm Wohnfläche.

Noch nicht realisiert, weil der Platz fehlt und die Massnahme relativ aufwändig ist mit unsicherem Ausgang. Niemand kann sagen, ob das funktionieren wird.

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